Je mehr gefahrene Kilometer, desto höher der Beitrag

Donnerstag den 23.05.2013

Versicherungsunternehmen wollen von ihren Kunden möglichst viele Informationen, um das Risiko besser einschätzen und den Beitrag entsprechend kalkulieren zu können. Das gilt besonders für die Kfz-Versicherung. Denn in dieser Sparte schreiben die meisten Unternehmen nach wie vor rote Zahlen. Da wird dann mit extrem spitzem Bleistift gerechnet, um die Schaden-Kosten-Quote auf einen Wert von unter 100 zu bringen. Erst dann sind die Einnahmen höher als die Ausgaben für Schäden. Ein Aspekt, der in diesem Zusammenhang durchaus eine Rolle spielt, ist die Fahrleistung.

Je länger bzw. je mehr Kilometer jemand pro Jahr auf dem Bock sitzt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es irgendwann kracht und die Autoversicherung zahlen muss. Die jährliche Kilometerleistung gehört deshalb zu den Standardfragen in jedem Antrag und bei jedem Versicherungsvergleich. Hier gilt: Je weniger gefahren wird, desto günstiger ist die Police. Dass mehr Routine auch mehr Sicherheit bringt, bleibt dabei außen vor. Hier zählen ausschließlich Statistiken, und die sehen bei Vielfahrern ein höheres Risiko.

Doch wie viele Kilometer fahren die Deutschen im Schnitt? Das Portal Toptarif hat anhand seiner Nutzerdaten Berechnungen angestellt und kommt für deutsche Autofahrer auf eine jährliche Strecke von 11.715 Kilometern. In Schleswig-Holstein stehen durchschnittlich 12.700 Kilometer zu Buche, ebenso in Mecklenburg-Vorpommern. Das mag daran liegen, dass diese Regionen eher dünn besiedelt sind und man weitere Strecken fahren muss. In Berlin hingegen werden nur 10.100 Kilometer pro Jahr mit dem Auto zurückgelegt. In Hamburg sind es 10.862. Aber: Es gibt enorme Unterschiede. So fährt zum Beispiel jeder Achte über 20.000 Kilometer jährlich.

Die eigene Fahrleistung lässt sich nur mit Blick auf den Kilometerzähler einigermaßen genau beziffern. Es lohnt sich allerdings nicht, der Kfz-Versicherung aus Kostengründen einen zu niedrigen Wert unterzumogeln. Viele Unternehmen fragen bei Bestandskunden ab und an nach dem exakten Kilometerstand des Fahrzeugs, um die Fahrleistung zu kontrollieren. Selbst, wenn man vor solchen Rückfragen gefeit bleibt, kommt das böse Erwachen spätestens nach einem Unfall oder Schaden – und dann wird die Schummelei richtig teuer.