Die Beiträge für die Kfz-Versicherung ziehen an

Donnerstag den 22.11.2012

Zweifel daran, dass die Prämien für die Kfz-Versicherung 2013 steigen, gibt es kaum mehr. Selbst der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) bestätigt: „Es gibt weiter Anpassungsbedarf in der Branche, weil wir versicherungstechnisch immer noch 700 Millionen Euro Verlust machen.“ Wie ausgeprägt die Beitragserhöhungen letztlich ausfallen werden, sei allerdings noch unklar, betont GDV-Experte Norbert Rollinger. Aktuell stünde ein Plus von ungefähr 3,5 Prozent im Raum. Dadurch seien die Beitragseinnahmen der Unternehmen um 5,1 Prozent auf 22 Milliarden Euro gestiegen.

„Das ist eine Verbesserung, aber wir sind noch nicht da, wo ein auskömmliches Ergebnis für die Branche erreicht ist“, so Rollinger. Heißt: Die Beiträge ziehen weiter an. Versicherungsnehmer sehen spätestens mit Erhalt der Rechnung, was die Uhr geschlagen hat. Denn viele Assekuranzen haben die Tarife neu kalkuliert, so auch die Allianz, die Zurich und der ADAC. Das geht aus dem zweiten großen Kfz-Versicherungsvergleich der Stiftung Warentest hervor. Sie hat sich 155 Tarife von 72 Versicherern vorgenommen und unter anderem einen Blick auf das Beitragsniveau geworfen. Das Ergebnis ist eine umfangreiche Tabelle, aus der hervorgeht, ob die Unternehmen in den Bereichen Kfz-Haftpflichtversicherung, Teil- und Vollkasko preislich besser oder schlechter sind als der Durchschnitt.

Die Tester haben darüber hinaus für drei Musterkunden nach dem günstigsten Tarif gesucht. Dabei fielen der Stiftung Warentest Preissprünge von teils über 100 Euro auf. Einer der Modellkunden, ein 40-Jähriger, der mit einem Audi A6 Avant 2.0 TDI unterwegs ist, muss in diesem Jahr 133 Euro mehr berappen als noch im September 2012. Ähnlich wird es vielen Autofahrern ergehen, unabhängig davon, bei welcher Kfz-Versicherung sie ihren Vertrag abgeschlossen haben. Da allerdings nicht alle Assekuranzen an der Preisschraube drehen, kann es sich gerade jetzt bezahlt machen, die Konditionen mehrerer Gesellschaften zu vergleichen und gegebenenfalls den Anbieter zu wechseln. Das Sparpotenzial, das für die Musterkunden berechnet wurde, ist mit bis zu 2.400 Euro jedenfalls enorm.