Warnung: Betrüger locken mit Lotteriegewinn

Mittwoch den 16.05.2012

Dass für ein neues Auto eine Kfz-Versicherung abgeschlossen werden muss, versteht sich. Immerhin handelt es sich um eine Pflichtversicherung. Doch selbst in dem Fall hat man das Fahrzeug vorher gesehen, getestet und für gut befunden. Deshalb ist es eher unverständlich, dass eine Bande aus der Türkei es schafft, angeblichen Gewinnern eines nagelneuen Autos Geld für eine Vollkaskoversicherung aus den Rippen zu leiern. Denn normalerweise müssten die Alarmglocken läuten, wenn für einen Lotteriegewinn plötzlich mehrere Tausend Euro berappt werden sollen.

Die Masche, vor der das Bundeskriminalamt (BKA) aktuell warnt, ist nicht neu. Schon vor einiger Zeit wurde darauf aufmerksam gemacht, dass Kriminelle vornehmlich ältere Menschen anrufen und ihnen zu einem Gewinn in der Lotterie gratulieren. Dabei haben die Wenigsten jemals an einer Lotterie oder an einem Gewinnspiel teilgenommen. Das Auto, so die Call-Center-Mitarbeiter, stehe in der Türkei und werde in die Bundesrepublik transportiert. Die Kosten, auch für die Vollkaskopolice, müssten vorab gezahlt werden. In der Hoffnung, ein fabrikneues Auto vor der Haustür zu haben, wurden über 700 Überweisungen getätigt. Dem BKA sind mittlerweile rund 450 Opfer bekannt.

Die Täter geben sich als Notar oder Anwalt aus, teilweise auch als Mitarbeiter der Auslandsvertretung oder der Polizei. Die Anrufe kommen aus der Türkei. Die Absenderkennung wird allerdings manipuliert und weist eine deutsche Rufnummer aus – um ja keinen Verdacht aufkommen zu lassen. Früher erhielten Opfer, die Zweifel hegten, eine Telefonnummer, um sich zu vergewissern. Am anderen Ende der Leitung warteten dann die Betrüger, um die Geschichte vom Lotteriegewinn zu bestätigen. Das Geld für die Kfz-Versicherung, den Transport und den Zoll soll dann auf ein Girokonto in der Türkei überwiesen werden. Einige der Betrugsopfer haben gleich zwei Mal gezahlt, weil sie nach einer längeren Wartezeit Angst hatten, etwas falsch gemacht zu haben. Den Gewinn werden sie trotzdem nie erhalten.