Ärger mit der Kfz-Versicherung

Freitag den 24.02.2012

Für die meisten Kunden ist die Kfz-Versicherung nur ein Posten auf der Ausgabenseite. Sie bezahlen ihre Beiträge, erhalten ab und an Werbung von der Assekuranz und überlegen sich zum Jahresende, vielleicht die Autoversicherung zu wechseln. Erst wenn ein Schadensfall eintritt, rückt das Thema etwas näher in den Fokus. Dabei läuft in der Regel alles rund, ohne dass sich der Versicherungsnehmer selbst um die Abwicklung kümmern müsste. Doch es gibt auch Fälle, in denen nicht alles eitel Sonnenschein ist. Dazu zwei Beispiele aus Deutschland und Österreich.

Deutschland: Ärger mit der Kfz-Versicherung droht üblicherweise, wenn Kunden sich nicht an die Spielregeln halten. Der Vorwurf, der in dem Zusammenhang am häufigsten im Raum steht, ist die grobe Fahrlässigkeit. Doch es gibt noch weit mehr Fehler, für die Autofahrer von ihrer Versicherung mit Leistungsentzug „bestraft“ werden. Das betrifft unter anderem das Nummernschild. Selbst wenn es sich „nur“ um ein rotes Kennzeichen handelt, das für die Überführung oder eine Probefahrt vom Händler zur Verfügung gestellt wurde, darf nicht geschludert werden. Weil eine Frau das rote Schild über Nacht abmontiert hatte, um es sicher zu verwahren, verlor sie ihren Versicherungsschutz. Der Brandschaden, der nachts an ihrem Wohnanhänger entstand, wird von der Assekuranz nicht ersetzt. Die Versicherung müsse nur zahlen, wenn das Kennzeichen befestigt und gut sichtbar sei, sagt das Oberlandesgericht Koblenz (Aktenzeichen: 10 U 1258/10).

Österreich: Geld sparen zu wollen, ist sicherlich ein guter Vorsatz. Allerdings sollte man dabei nie die rechtliche Seite außer Acht lassen. In der Alpenrepublik droht über 10.000 Fahrzeughaltern Ärger, weil sie ihr Auto nicht in Österreich angemeldet und versichert haben, sondern den Umweg über die Bundesrepublik gegangen sind. Das betrifft in erster Linie Firmen, die das „Ausweichmanöver“ über eine ihrer deutschen Tochtergesellschaften realisiert haben. Schon 2010 hatte Österreich verboten, Fahrzeuge bei Firmen in Deutschland zu leasen. Jetzt soll auch dieses Schlupfloch geschlossen werden. Ziel der „Sparfüchse“ war, sich vor der hohen Besteuerung zu drücken, insbesondere vor der NoVA (Normverbrauchsabgabe) bei Neufahrzeugen. Zum anderen ließ sich auf diese Weise auch Geld bei der Kfz-Versicherung sparen.