Begleitetes Fahren

So früh wie möglich die Vorzüge der motorisierten Mobilität zu genießen, dürfte der Traum eines jeden Jugendlichen sein. Der Führerschein mit 17 macht es möglich – allerdings mit Auflagen. Jugendliche, die schon vor der Volljährigkeit die Fahrerlaubnis erwerben möchten, müssen ein Jahr lang am begleiteten Fahren teilnehmen. Statt sich alleine hinter das Steuer zu setzen, sind sie verpflichtet, einen versierten Beifahrer neben sich zu haben. Erst nach Ablauf von zwölf Monaten wird aus der „Prüfungsbescheinigung zum Begleiteten Fahren ab 17 Jahren“ der reguläre Führerschein.

Weniger Unfälle mit Fahranfängern

Was als Modellprojekt in Niedersachsen begonnen hatte, wurde zum 1. Januar 2011 in das Dauerrecht übernommen. Seither dürfen Jugendliche bundesweit den Führerschein mit 17 machen. Der Grund für diesen Schritt waren die Erfolge, die in der Testphase erzielt wurden. Die Justus-Liebig-Universität in Gießen verzeichnete 28,5 Prozent weniger Unfälle und 22,7 Prozent weniger Verkehrsverstöße. Damit bestätigten sich die Hoffnungen, die an das Begleitete Fahren geknüpft worden waren. Inzwischen macht sich die Teilnahme auch bei der Kfz-Versicherung bemerkbar. Jugendliche, die sich für die Begleitphase entschieden haben, zahlen deutlich weniger als ihre Altersgenossen, die von Anfang an alleine unterwegs waren.

Strenge Vorschriften für das Begleitete Fahren

Die Bedingungen für das Begleitete Fahren sind in Paragraf 6 des Straßenverkehrsgesetzes und Paragraf 48a der Fahrerlaubnis-Verordnung verankert. Sie schreiben exakt vor, wer als Begleitung mitfahren darf. Sich einen Kumpel zu schnappen, der seit vier Monaten den Führerschein hat und dementsprechend noch grün hinter den Ohren ist, würde nicht funktionieren. Die Vorgaben sind sehr streng, um die Erfolge des Führerscheins mit 17 nicht zu gefährden. Folgende Richtlinien gelten für das Begleitete Fahren:

  • die Beifahrer müssen vorher benannt werden und ihr Einverständnis erklären
  • Mindestalter des Beifahrers bzw. der Beifahrerin: 30 Jahre
  • die Begleitperson muss den Führerschein – Klasse B bzw. 3 – seit mindestens fünf Jahren haben
  • mehr als drei Punkte im Verkehrszentralregister sind nicht gestattet
  • die Jugendlichen dürfen keinen Alkohol getrunken haben, wenn sie sich ans Steuer setzen
  • der Blutalkoholgehalt der Beifahrer darf 0,5 Promille nicht übersteigen
  • die Prüfungsbescheinigung wird nur in der Bundesrepublik und Österreich anerkannt
  • die Begleitperson darf nicht in die Bedienung des Autos eingreifen

Sind die Bedingungen erfüllt und läuft über die vollen zwölf Monate alles rund, darf die Prüfungsbescheinigung gegen einen regulären Führerschein eingetauscht werden. Ansprechpartner ist die zuständige Straßenverkehrsbehörde. Wer jedoch gegen die Bestimmungen verstößt, zahlt ein Bußgeld, muss mit Punkten in Flensburg rechnen und an einem Aufbauseminar teilnehmen.



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