Regionalklassen

Eines der Prinzipien der Kfz-Versicherung lautet: Je mehr Unfälle, desto tiefer müssen die Kunden in die Tasche greifen. Dabei berücksichtigen die Unternehmen unter anderem, wo es besonders häufig kracht und „benoten“ die Region respektive den jeweiligen Zulassungsbezirk entsprechend der Unfallhäufigkeit und -schwere. Das Ergebnis ist die Regionalklasse, die sich als Tarifmerkmal direkt auf den Versicherungsbeitrag niederschlägt. Das Vorgehen ist verständlich, zumal nur so eine gewisse Beitragsgerechtigkeit erzielt werden kann.

Stichtag 1. Oktober

Zuständig für die Regionalklassen ist der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Einmal jährlich werten Versicherungsmathematiker die Unfall- und Schadenstatistiken der vergangenen fünf Jahre nach Zulassungsbezirken sortiert aus, wobei positive und negative Entwicklungen sich durchaus bemerkbar machen. Die Regionalklasse ist somit ein Spiegel für die Wahrscheinlichkeit, dass in einem bestimmten Bezirk Leistungen erbracht werden müssen. Stichtag ist jeweils der 1. Oktober. Zu diesem Termin gibt der GDV die neue Einstufung bekannt, die dann üblicherweise in die Beitragsberechnung für das nächste Versicherungsjahr einfließt.

Die Regionalkasse als Tarifmerkmal

Eine hohe Klasse – in der Kfz-Haftpflichtversicherung gibt es zwölf, in der Vollkasko neun und in der Teilkasko 16 Regionalklassen – geht dabei mit einem höheren Beitrag einher. Das heißt, ändert sich die Regionalklasse, ändert sich auch die Prämie. Sofern kein Umzug für die neue Einstufung verantwortlich ist, ergibt sich aus dem höheren Beitrag übrigens ein Sonderkündigungsrecht bei der Kfz-Versicherung. Sobald der Kunde über die neue Prämie informiert wurde, bleibt ein Monat Zeit, sich nach einem anderen Anbieter umzusehen und außerordentlich zu kündigen.

Wie funktioniert die Einstufung?

Basis für die Regionalklassen ist ein Indexwert. Im Mittel sind es 100 Prozent. Bezirke, für die ein höherer Wert ermittelt wird, erhalten eine hohe Regionalkasse und umgekehrt. Die Einstufungen bleiben in der Regel weitgehend stabil. In den vergangenen Jahren hat sich die Regionalklasse jeweils nur in etwa einem Drittel der Zulassungsbezirke geändert. Das ist immer dann der Fall, wenn es plötzlich mehr Unfälle gab oder aber – was sehr zu begrüßen ist – bisherige Unfallschwerpunkte entschärft wurden und die Zahl der Schaden spürbar abgenommen hat.

Die Regionalklasse 2012 – einige Beispiele:

  • Augsburg: Indexwert 125,64; Regionalklassen: Haftpflicht 12 (Vorjahr: 12), Teilkasko 8 (8), Vollkasko 8 (8)
  • München: Indexwert: 120,34; Regionalkassen: Haftpflicht 12 (11), Teilkasko 5 (4), Vollkasko 6 (6)
  • Duisburg: Indexwerte: 110,04; Regionalkassen: Haftpflicht 9 (9), Teilkasko 8 (8), Vollkasko 5 (5)
  • Stuttgart: Indexwert: 103,02; Regionalkassen: Haftpflicht 7 (7), Teilkasko 4 (4), Vollkasko 5 (5)
  • Erfurt: Indexwert: 98,19; Regionalkassen: Haftpflicht 5 (6), Teilkasko 7 (7), Vollkasko 3 (3)
  • Rostock: Indexwert: 93,40; Regionalkassen: Haftpflicht 3 (4), Teilkasko 10 (11), Vollkasko 2 (3)
  • Bremen: Indexwert: 91,46; Regionalkassen: Haftpflicht 3 (3), Teilkasko 4 (5), Vollkasko 3 (3)
  • Münster: Indexwert: 87,63; Regionalkassen: Haftpflicht 2 (2), Teilkasko 1 (1), Vollkasko 1 (1)


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